bKV-Check
Der Einstieg: wenige Fragen, ein erstes Bild.
Gute Arbeitgeber denken weiter als bis zum Gehalt.
Financial Wellbeing bezeichnet nach der Definition des amerikanischen Consumer Financial Protection Bureau, die auch die OECD verwendet, einen Zustand, in dem ein Mensch seine laufenden und künftigen Verpflichtungen erfüllen kann, sich in seiner finanziellen Zukunft sicher fühlt und Entscheidungen treffen kann, die ihm ein gutes Leben erlauben.
Es geht also nicht um Vermögen, sondern um Klarheit, Struktur und Sicherheit über die ganze Lebenszeit: die eigene Lage verstehen, Risiken kennen, bewusst entscheiden, planen können und Geld nicht als Dauerstress erleben. Denn gute Entscheidungen entstehen selten unter Angst und Überforderung.
Zum Financial Wellbeing gehört deshalb mehr als Geld: Gesundheit, Lebenserwartung (also mehr gesunde Zeit) und die innere Haltung, mit der ein Mensch seiner Zukunft begegnet. Wer ruhig schlafen kann, hat mehr erreicht als eine gute Rendite.
Im Betrieb kommt eine zweite Ebene hinzu: Der Arbeitgeber prägt diese Lage durch Vergütung, Vorsorge, Gesundheitsleistungen, Information und den Zugang zu Unterstützung. Er übernimmt damit nicht die Verantwortung für private Finanzen, aber er schafft die Bedingungen, unter denen Menschen sie tragen können.
Betriebliches Financial Wellbeing ist die Klammer, die Gesundheit und Vermögen zusammenhält, weil sie im Leben der Menschen zusammengehören: Krankheit verändert Einkommen, Pflege kostet Zeit und Geld, finanzielle Unsicherheit macht krank. Zwei Säulen tragen diese Klammer: die betriebliche Gesundheit und die betriebliche Altersversorgung. Die Säule Gesundheit wirkt im Alltag am unmittelbarsten. Und sie ist in Deutschland die am wenigsten entwickelte.
An Instrumenten fehlt es nicht: Altersversorgung, Krankenversicherung, Gesundheitsförderung, Prävention, Pflege- und Familienunterstützung. Was fehlt, ist der Zusammenhang. Um jedes dieser Themen kümmern sich andere Menschen: in der Personalabteilung, im Arbeitsschutz, in der Betriebsmedizin, bei Vermittlern, Krankenkassen und Steuerberatern. Jede Gruppe hat ihre eigene Sicht und eigene Interessen. Kaum jemand hat alle Themen zugleich im Blick.
Dazu kommt eine zweite Lücke: die zwischen Angebot und Wirkung. Die Zahl der in Stellenanzeigen genannten Zusatzleistungen hat sich seit 2019 fast verdreifacht1. Über ihren Wert sagt das nichts. Was ein Arbeitgeber anbietet, ist nicht automatisch das, was bei den Beschäftigten ankommt.
Am deutlichsten zeigt sich das bei der Gesundheit. Sie ist die Säule, die im Alltag am unmittelbarsten wirkt. Und doch wird sie wie eine beliebige Zusatzleistung als „Benefit“ verbucht: als Extra, das man gewährt, nicht als Vorsorge, die man verantwortet. Die Altersversorgung hat ihren festen Platz im Recht, in der Steuer und im Bewusstsein der Arbeitgeber; die Gesundheit hat ihn nicht. Ende 2025 boten 60.600 Unternehmen eine betriebliche Krankenversicherung an, 2,8 Millionen Beschäftigte sind darüber abgesichert2. Die Zahlen wachsen, gemessen am deutschen Arbeitsmarkt sind sie aber klein. Deutschland steht erst am Anfang.
Das Institut entwickelt Instrumente, mit denen Arbeitgeber den Stand ihrer betrieblichen Vorsorge bestimmen. Das wichtigste ist der Financial-Wellbeing-Index. Er stellt die Sicht des Arbeitgebers und die Sicht der Beschäftigten nebeneinander, denn was ein Unternehmen bietet und was bei den Beschäftigten ankommt, weicht oft voneinander ab. Der Index besteht aus drei Teilen.
Der Einstieg: wenige Fragen, ein erstes Bild.
Erfasst, was ein Unternehmen bietet, kommuniziert und noch nicht kennt.
Erfasst, was Beschäftigte wissen, nutzen und brauchen.
Der Abgleich beider Indizes zeigt vier Lücken und daraus das Entwicklungspotenzial.
Diese Lücken sind keine Noten, sondern die wichtigste Information, die ein Arbeitgeber über seine Vorsorge bekommen kann.
Für Beschäftigte in der zweiten Lebenshälfte gehört die Standortbestimmung zum Ruhestand dazu: Einkommen, Gesundheit, Pflege, Lebenserwartung.
Alle Erhebungen erfolgen aggregiert und anonym; persönliche Gesundheits- und Finanzdaten gehören nicht in die Personalakte. Der Index ist Eigentum des Instituts; seine Methodik wird offengelegt.
Pauschale Renditeversprechen für betriebliche Gesundheits- oder Vorsorgeleistungen hält das Institut für unseriös.
Eine große randomisierte Studie zu einem betrieblichen Gesundheitsprogramm fand nach 18 Monaten keine messbaren Effekte auf Gesundheitskosten, Fehlzeiten oder Leistung, trotz besserer Gesundheitsgewohnheiten3.
Wirkung muss deshalb unternehmensspezifisch gemessen werden, jede Größe getrennt und über die Zeit. Das Institut stellt die Methodik dafür bereit.
Was der Arbeitgeber je Beschäftigten und Jahr aufwendet, einschließlich Verwaltung und Steuer.
Wie viele Beschäftigte die Leistung erreicht, und wer nicht.
Ob die Beschäftigten wissen, was ihnen zusteht und wie sie es nutzen.
Welche Leistungen tatsächlich in Anspruch genommen werden, und wie oft.
Was die Leistung ihnen erspart oder ermöglicht hätte, wenn sie privat vorsorgen müssten.
Was sich im Unternehmen verändert, etwa Fehlzeiten, Bindung und Bewerbungen. Gemessen über die Zeit, nicht pauschal unterstellt.
Das Institut entwickelt den Index, veröffentlicht Forschung und Positionen und bildet aus. Es setzt keine Vorsorge in Unternehmen um und wählt keine Produkte aus; das ist Aufgabe der Berater und Beratungshäuser. Die Liste der vom Institut zertifizierten Berater finden Sie in der Akademie.
Förderer werden an dieser Stelle genannt und nehmen keinen Einfluss auf Methodik und Ergebnisse.
Financial Wellbeing im Unternehmen
Whitepaper von Olaf Neuenfeldt, Institutsfassung, 22 Seiten.
Erscheint in Kürze
Förderer des Index
Wird ab zwei Zusagen ergänzt
Die Gesundheit des Körpers und die Ruhe der Seele –
das ist das Ziel des glücklichen Lebens.